Feminismus im historischen Kontext (5. Klassen)

Feminismus im historischen Kontext!

Feminismus war schon immer ein wichtiges Thema in der Geschichte, was uns in  diesem Kurs verdeutlicht wurde. Herr Professor Haberl erzählte uns viel über die Geschichte des Feminismus, während uns Frau Professor Thallner mit Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts vertraut machte, die spezifisch auf Frauen bzw. Künstlerinnen bezogen ist.

Was haben wir gelernt?    

In der Ur- und Frühgeschichte hatten Frauen am Anfang gar keinen so schlechten Start. In der Steinzeit wurden Frauen sogar bevorzugt als Vertreterinnen der Familie (Matriachat) angesehen.

Dies änderte sich aber bereits in der Antike, als die Männer absolutes Oberhaupt der Familie waren (Patriachat) und sogar über Leben und Tod der Familienmitglieder bestimmen durften. Obwohl es schon eine Demokratie in Griechenland und eine Republik in Rom gab, durften Frauen nicht als Kandidatinnen antreten und auch nicht selber wählen. Trotzdem kommen mächtige Frauen in den antiken Mythen vor und sie wurden auch als Göttinnen verehrt.

So war es auch im Mittelalter: Einerseits wurden die Frauen verehrt, andererseits wurden sie verachtet (Evas Sünde). Männer mussten in den Krieg ziehen, Frauen den Haushalt führen. Die Rolle der Frau in der Kirche war ebenfalls zwiespältig:   Sicher gab es auch weiblichen Klerus (Nonnen), aber wenn eine Frau behauptete, Gottes Worte gehört zu haben, konnte sie ziemlich schnell als Hexe verurteilt werden, mit der Begründung, sie hätte mit dem Teufel zu tun.

Erst Mitte der Neuzeit hat sich vieles sichtbar verändert; z.B. gab es zum ersten Mal Frauenbewegungen, die sich für Frauenrechte einsetzten – die berühmteste war der Internationale Frauenbund, 1897). 

Davor wurde aber zum ersten Mal ein „Manifest für die Rechte der Frau“ formuliert, das für eine Gleichberechtigung der Geschlechter eintrat, und zwar von einer Frau namens Olympe de Gouges(1748-1793). Sie wurde geköpft, „[…] weil sie die Tugenden vergaß, die ihrem Geschlecht geziemend waren.“

Später wollten immer mehr Frauen das Wahlrecht und das Recht auf höhere Bildung erlangen, woraus radikal feministische Bewegungen wie z.B. die Suffragetten oder Blaustrümpfe entstanden.

Trotzdem war das Frauenideal nach wie vor die typische Hausfrau. Nach den Kriegen des 20. Jahrhunderts waren zwar viel zu wenige Männer da, um die die Frauen weiterhin von der Berufstätigkeit fernzuhalten, aber nachdem die dringendsten Aufbau- und Aufräumarbeiten geleistet waren, mussten die Frauen doch weiterhin um ihren Platz im Berufsleben kämpfen.

Technische Innovationen machten zwar die Hausarbeit leichter, setzten sich aber, weil sie für viele zu teuer waren, nur langsam durch.  

Gewalt gegen Frauen war schon immer ein Problem, aber in der heutigen Zeit ist sie gesetzlich nicht mehr erlaubt – zumindest in den meisten Ländern der Welt nicht mehr.

Die Frau als Künstlerin

Eine ganz andere Perspektive des Feminismus, ist die feministische Kunst.

Im Mittelalter waren  in der Kunst eindeutig die Männer bevorzugt: Nur sie durften Kunstwerke schaffen, sich Wissen über Kunst selbst aneignen oder von anderen Künstlern lernen.

Erst im 19. Jahrhundert verschafften sich auch Künstlerinnen (wie Tina Blau und Marie Egner) Wissen von Privatlehrern und Meistern, indem sie als deren „Lehrlinge“ arbeiteten. Sie bevorzugten die Freiluftmalerei und zeichneten eher Landschaften und Blumen, während sich die Künstler eher für Menschen und Tiere interessierten.

Im Nationalsozialismus sollte die Frau Mutter und  Hausfrau sein – und nicht Künstlerin. Der Anteil der Frauen an der Kunst ging stark zurück und viele Künstlerinnen wurden vertrieben oder ermordet.

Erst in den 50er Jahren gab es wieder vermehrt Künstlerinnen und ihre feministische Kunst galt als politische Kunst (z.B. Valie Export: ,,Body- Performances´´ und Tapp- und Tastkino/1968; Kiki Kogelnik: ,,Cutouts´´; Elke Krystufek: ,,Gewalt´´ gegen Frauen). Auch diese Künstlerinnen hatten Probleme, ihren Beruf und ihr Privatleben unter einen Hut zu bekommen, denn noch immer sah man die Frau eher als Ehefrau, Hausfrau und Mutter als als Berufstätige und Künstlerin.

Statement:

Wir fanden das Thema sehr interessant – genauso wie die männlichen Kurs-Teilnehmer. Vieles hat uns zum Nachdenken angeregt und gezeigt, wie schwierig die Diskriminierung der Frau  „wegzubekommen“ ist. Frauen übernehmen auch heute noch immer den Großteil der Hausarbeit  und verdienen oft weniger als Männer, auch wenn sie dieselbe Qualifikation haben. Und auch den Spruch ,,Frauen gehören hinter den Herd´´ kann man noch immer hören, obwohl wir in einer modernen Gesellschaft leben, in der er eigentlich nichts mehr zu suchen hat.

Ivanna Polyak 5A, Sanja Novakovic 5B